Freitag, 4. Juli 2008

Die Endlichkeit des Besonderen

Früher war alles besser, man konnte sich noch auf das Besondere freuen. "Wetten daß." am Samstag Abend mit der Familie, den langen Donnerstag zum Einkaufen oder auch Süßigkeiten zu Weihnachten. Heute gibt es alles immer und im Überfluss. Es stört mich nicht, wirklich. Ich habe mich damit abgefunden, mit den Superlativen, "Der erfolgreichste Film aller Zeiten....", "Der wärmste Tag im Mai, seit Beginn der Wetteraufzeichnung..." oder auch "Das höchste/längste/teuerste Bauwerk aller Zeiten." Der Gipfel der Unverschämtheit war jedoch erreicht, als die Medien einige Spiele der Euro2008 in der Vorrunde als "Endspiele" bezeichneten um dem Ereigniss noch mehr Pepp zu verleihen. Ok dachte ich es ist Sport, warum nicht auch ein wenig Kommunikationsdoping. Aber kann mir jemand erklären, warum es nutella&Go geben muss? Nutella gehört auf (!) den Kühlschrank und mit einem Löffel gegessen. Es reicht doch wenn Gott und die Welt mit einem Kaffee im Pappbecher auf der Straße, in der U-Bahn und der Uni rumrennt. Die Routine der Superlative macht das Ursprüngliche, Einfache zum Besonderen.

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Donnerstag, 22. Mai 2008

Ne Oakley lebt ewig...

Eines schönen Sommertages konnte ich durch glückliche Umstände mit einem Cabrio zur Arbeit fahren, natürlich offen. Man war ich cool, mit lauter Musik und natürlich Sonnenbrille. Gut gelandet und perfekt vor dem Bürofenster meiner Chefin eingeparkt verließ ich das Auto, schnallte meine Tasche um und wanderte Richtung Büro. Kurz vor dem Verlassen der Straße schnitt mich ein 18t LKW und es gab ein lautes Knacken. Auf der halben Strecke wollte ich meinen sorgfältig geplanten Auftritt perfektionieren und die Sonnenbrille aus der Hemdtasche zücken. Aber da war sie nicht. Also zurück zum Auto, da müsste sie auf dem Sitz liegen. Tat sie nicht. Jetzt wurde mir klar, was unter dem LKW so geknackt hatte - meine Brille. Ich konnte noch einen Bügel und das linke von 18t gefaltete Brillenglas aufsammeln. Nach der Arbeit fuhr ich mit dem Auto zur Uni, bei strahlendem Sonnenschein - geschlossen und ohne Musik.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Schwarzfahrer

Am vergangenen Mittwoch bin ich des Nachts mit dem Rad durch die Leere und Einsamkeit der Niederschönhausener Innenstadt gefahren. Kurz vor Erreichen meiner Heimatstraße hörte ich eine Stimme rufen:"Ekskjusmi!?!". Nach mehrmaligen Hinsehen erkannte ich eine Frau am Bordstein stehen, die nicht zu wissen schien wo sie ist, aber vor allem, wo sie hin will. Freundlich fragte ich in rudimentem Englisch ob ich ihr helfen könne. Tatsächlich bestand ihr Enlisch nur aus diesem "ekskjusmi". Daraufhin zauberte sie aus ihren Umhängetasche, deren Inhalt aus diversen Damenartikeln und einer recht eindeutigen Unterwäsche bestand, eine für mich eindeutige, allerdingsa auf deutsch verfasste Wegbeschreibung. In drei Punkten war klar beschrieben wie sie von hier in die Innenstadt Berlins kommt. Nachdem wir geklärt haben welche Richtung sie einschlagen muss, warteten wir gemeinsam auf den Bus. Da bat sie um mein Telefon und hat ewig in einer mir unbekannten Sprache (suaheli?) telefoniert. Dann kam endlich der lang erwartete Bus. Geld hatte die junge Frau auch nicht dabei, also hab ich ihr ein Fahrschein gekauft und in den Bus gesetzt. Dem Busfahrer erklärte ich kurz das Problem, mit einem freudlichen:"Jaja, mh is klar." schickte ich die Fremde mit dem Bus in die Dunkelheit. Mit Rücksicht auf die Übersichtlichkeit des Bloggs habe ich einige Details verheimlicht, reiche sie aber gern auf Wunsch nach. Nach der 25min Fremdenführung durch die Unübersichtlichkeiten des Berliner NVs, kam ich erschöpft, mit Bedenken beladen, aber zufrieden in meinen trauten Heim an. Im Herzen Niederschönhausens, bei Berlin.

Freitag, 22. Februar 2008

Loch auf - Loch zu ?

Bei meinem Spaziergang am vergangenen Freitag mit den Hunden auf der Wiese wurde ich von einem Mann angesprochen. Er überraschte mich mit der Frage, ob meine Hunde hier öfter Löcher buddeln. Als routinierter Hundeausführer hielt ich es für eine harmlose Einstiegsfrage in ein Mit-mir-redet-sonst-keiner Gespräch und antwortete mit ja. Die Stirn des bis dahin harmlos erscheinenden Mannes legte sich in Falten und es folgte die nächste, diesmal wohl nicht ganz erst gemeinte Frage, ob die Hunde die Löcher auch wieder schließen. Jetzt wurde mir bewußt, dass dieser Mann keineswegs auf der Suche nach einer oberflächlichen Gespräch war. Er begann dann ausführlichst zu erklären, dass durch das Budeln der Löcher die Feldmäuse aufgescheucht und verjagt werden. Dadurch werden die in Pankow lebenden Greifvögel bei der Nahrungssuche gestört. Dann käme das Ordnungsamt und bestraft "alle" Hundebestizer. Er betonte, dass dies eine schreiende Ungerechtigkeit ist, weil schließlich nur einige bestimmte Hunde, meist freitags, diese Löcher buddeln. Lisa und Jochen suchten während der Unterhaltung fleißi weiter. Das Gespräch wollte ich nicht sinnlos in die Länge ziehen und verzichtete auf meine Idee, dass die unzähligen kleinen Erdhügel von Maulwürfen stammen könnten. Einem so engagierten Tierfreund sollten diese feinen Unterschiede bekannt sein. Morgen ist wieder Freitag, ich freue mich auf Erkenntnisgewinne zur Nahrungskette.

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Sonntag, 20. Januar 2008

Wo ist Helmut ?

Am Anfang des Jahres feierten wir den Geburtstag des Sohnes, des Bruders, des Vaters meiner Muttter in einer gemütlichen Runde. Viele Kinder, nette Verwandte und ein jaulender Hund im Auto waren zu Gast. Nach der kurzen Eröffnungsrede, ein paar Schnittchen und kleine Würsten kam ein wenig Unruhe am Buffet auf. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Frage:"Wo ist Helmut?" Niemand hatte ihn mehr gesehen, im Keller war er auch nicht, ledigleich seine Begleitung sagte, dass er sich vermutlich kurz hingelegt haben könnte und mit Sicherheit gleich wiederkäme. Schnell waren alle beruhigt und es gab ein neues Thema, der neue Freund einer Großcousine. Dieser war wohl schon eine Buttelkastenbekanntheit aus Kindertagen, aber hat sich nun nach und nach zur neuen Liebe hochgearbeitet. Vertieft in das Gespräch und benebelt von dem Hunger nach Detailwissen, hat niemand bemerkt, wie der beste Freund des Sohnes, des Bruders, des Vaters meiner Muttter wieder auftauchte. Er war wieder da - Helmut.

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Dienstag, 18. Dezember 2007

Das Leben ist eine Baustelle - Der Duschtourist

Es ist schön ein neues Bad zu haben, auch schöner neue, saubere Fliesen zu putzen und sowieso sehen sie viel schöner aus. Aber diese Strapazen, jeden Tag mit dem Rad durch die Kälte zur Ersatzdusche, das ist hart. Bei dem Beschluss zu renovieren, haben "wir" nicht bedacht, dass es ein paar Wochen! dauern könnte und sich die Funktionen des Bades temporär auf ein Minimum reduzieren würden. Aber was tut man(n) nicht alles. Heute soll nun der große Tag sein, das letzte Mal verfugen, Silikon und warten bis es ausgehärtet ist, also noch ein Tag mit dem Rad zur Dusche. Löblicherweise gestaltet sich der Duschausflug sehr freundlich, nicht selten bekomme ich etwas Essen, kleine Geschenke und sehe etwas von der kleinen Welt, die sich zwischen meinem Bad und dem Ausweichersatzbad befindet. So mag das Leben eine Baustelle sein, aber alles für einen guten Zweck - Bewußtseinserweiterung und ein schöneres Bad.

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Mittwoch, 10. Oktober 2007

esto me suena a chino

ja, heute war wieder dieser Sprachkurs und es ist wirklich nicht einfach. Unser Lehrer gibt sich solche Mühe, aber man hat schließlich noch so viele andere Sachen zu tun; lernen, aufräumen, waschen, Rad reparieren, ich hab sogar schon ans Fensterputzen gedacht, nur um die Hausaufgaben "zeitlich" nicht zu schaffen. Jetzt ist ein paar Tage frei und ich muss mich motivieren - aber wie? Veilleicht hat jemand eine Idee. Jetzt esse ich Nudeln und schalte den Fernseher ein. Morgen dann Klausur und endlich wieder Wochenende in Sicht, als Student hat man doch immer viel zu tun s.o. In diesem Sinne.

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