Samstag, 12. Dezember 2009

Was ist Depression?

Das Leben als Spielplatz aller Sinnlosigkeit ist sich selbst zu viel und verdient keine Missbilligung. Bestimmt durch Anfang und Ende hat jedes Denken sein Ende in der Erfüllung und sehnt sich deshalb nach Unendlichkeit. Die Bestimmung der Sorge ist die Lösung eines Unwohlzustandes, der mit Hilfe des Schmerzes Kraft verleiht. Es gefällt das Leid in stärkster Erscheinung, jedoch nur wenn es Beachtung findet. So schreit jede Flucht in die Einsamkeit nach Zuwendung, Verständnis und Anerkennung. Im Fluge höchster Gunst, bringt die Qual mit der Zufriedenheit, am Ende das Unglück im Glück.

phil (Gastbeitrag)

Sonntag, 22. November 2009

Netzmacht: Der Mensch wird zum Pawu

Oh liebe Internetgemeinde, lasst uns doch alle unter die gemeinsame Facebookdecke krabbeln und in ständigem Austausch über Aufenthaltsort, Stimmung und Gemütslage verharren. Der wissensdurstige User hat das Recht über sämmtliche Schritte jedes einzelnen Mitgliedes der community informiert zu sein. So mutiert der normale Mensch zum Pawu (permanent active wireless user). Dieser schwirrt durch die Welt, nimmt am aktiven Teil der Sozialisation teil und hält währedndessen alle Onlineinteressierten auf dem Laufenden. Der Input erfolgt über die dirket an die Schultern angeschlossenen Arme und Hände. Der Output dagegen wird über Augen und Ohren, befindlich am Kopf, über den Schultern des Pawus, realisiet. Dabei bleibt zu betonen, dass das gesehene Bild immmer schneller im Kopf aufgenommen und verarbeitet wird als der gehörte Ton. Die Vaszination der unterschiedlich raschen Verarbeitung erklärt sich mit der Physiologie. So hat der menschenähnliche Pawu die Augen anatomiebedingt näher am Computer als die Ohren. Somit ist nicht nur Licht schneller als der Schall, sondern der Pawu, als Schnittstelle zwischen beiden Wirklichkeiten, schlauer als sein Vorgänger. Eine Schwierigkeit bleibt, durch das identische Erscheinungsbild von Mensch und Pawu bin ich für eine Kennzeichnungspflicht. So können Missverständissen und Verständigungsproblemen vorgebeugt werden.

m

Dienstag, 29. September 2009

Meine ganz private Gemeinsamkeit

Jeder Mensch für sich ist ein Individuum und damit einzigartig. Entgegen der Natur versucht der Humanuide durch die Organisation in Gruppen seine eigene Persönlichkeit zu stärken. Durch die Gleichstellung mit anderen Personen erhoffen wir uns Zuneigung, Anerkennung, Erfolg und auch ein wenig Bewunderung. Der andere Weg, diese Ziele zu erreichen, ist Auffallen durch Anderssein. Beide Wege zum Ziel sind somit verschieden.

Die Wahl am vergangenen Sonntag verlangte von uns die eigene politische Überzeugung mitzuteilen und ermöglichte somit eine Art Mitbestimmung (auch wenn keiner ernzthaft gewollt haben kann und sollte, dass Westerwelle Außenminister wird). An diesem Tage hatte jeder die Möglichkeit nach seiner Überzeugung zu Wählen und SEINE Stimme abzugeben. Nur dann und auch nur dann, hat die Demokratie eine Chance. Man sollte an diesem Tag für sich wählen und nicht mit altruistischem Getue nach außen sympathisch scheinen. Gut liebe Leser, nach dem Googlen des Wortes "altruistisch" wünsche ich allen eine spannende Legislaturperiode ;)

m

Donnerstag, 27. August 2009

Ostsee

Der Urlaub eines jeden soll ihn aus dem Alltag ziehen und auf andere, bessere Gedanken bringen. Die Einzigartigkeit der individuellen Erholungsvariante deckt sich nicht selten mit der anderer Ferienbegeisterter. Die Ostsee bietet seit Jahr und Tag eine unvergleichbare Möglichkeit aus dem Stress der Großstadt zu entfliehen und genüßlich in anderer, fremder Umgebung aufzutanken. Nüchtern betrachtet bietet das Andere nicht wirklich Abwechslung, weil man selbst ja "jedes-Jahr" und "schon-immer" dahin fährt, "wo-nicht-so-viele-Touristen-sind". Aber selbst in den einsamsten Momenten, beim Sonnenuntergang, überfällt uns die Gewissheit, dass es wohl keinen noch so abwegigen, romantischen oder verrückten Gedanken gibt, der nicht schon gedacht worden ist. So bekommt also auch die Abwechslung Routine. Der Grund warum wir trotzdem jedes Mal Erholung empfinden, ist: Am Ufer eines jeden Meeres geht es nicht weiter und wir sehen auf den Horizont. Dem ewig nach einem Sinn oder Ziel strebenden menschliche Geist wird das Gefühl gegeben, angekommen zu sein.

m

Montag, 18. Mai 2009

Undercover - Das Gesundheitswesen

Wer aufmerksam die Tagespresse verfolgt und sich zur Vor- und Nachbereitung für anstehende bzw. bewältigte Wahlen mit dem Thema Gesundheitswesen auseinandergesetzt hat, dem werden Begriffe wie Gesundheitswirtschaft, Morbi-RSA, Disease Management Program, demografische Entwicklung usw. bekannt vorkommen. Wir befinden uns im Wandel, zu einem besseren, gerechteren und vor allem bezahlbaren Gesundheitssystem. Wichtig ist vor allem, dass Krankheiten genauso wie Behandlungen operationalisiert werden, um diese besser managen zu können. You can´t measure, you can´t managed. Der Gatekeeper (Hausarzt) überweist den Kunden (Patient) zum Spezielisten (Facharzt), der diesen im Rahmen eines DMPs (Behandlung) wieder gesunden lässt. So bekommt also das jahrhundertalte Verfahren ein paar neue Namen und paßt sich nicht durch eine geänderte Methodik, sondern einer modernen Beschreibung der Neuzeit an. Es lassen sich endlose Beispiele finden, in denen bekannte Zustände neu beschrieben werden, traurig (depressiv), aufgedreht (hyperaktiv), dick (adipös), geschafft (burned out), fleißg (workoholic), faul (bored out) ... Zu sagen bleibt: Vor kurzem war ich bei meiner Ärztin und mir wurde nicht wie man vielleicht erwarten würde, ein Scanner an die Kopft gehalten, sondern die Frage gestellt: "Wie geht es Ihnen?" Reform hin oder her. Mensch bleiben!

m

Mittwoch, 18. März 2009

Frühling mit Vögeln

Zu den festen Stationen eines Jahres gehört ohne Zweifel der Frühlingsanfang. Sehnsüchtig erwarte ich die Meldungen der Agenturen: "An diesem kalendarischen Wintertag, bei frühlingshaften Temperaturen, waren die Biergärten und Straßenkaffees bereits gut gefüllt und die Finanzkrise schien in Vergessenheit geraten zu sein." Möglicherweise müssen wir uns in ein paar Jahren wegen der Klimakatastrophe einem Referendum unterziehen, in dem der kalendarische mit dem meteorologischen Frühlingsanfang zusammenfällt und somit um gute drei Wochen nach vorne verlegt wird. Für mich beginnt der Frühling, wenn vor meinem Schlafzimmerfenster die Vögel singen. Heute morgen um 5:24 Uhr war es soweit. Mein Lieblingsvogel sang das Frünlingslied, wie jedes Jahr. In diesem Sinne wünsche ich allen einen sonnigen Frühlingsanfang.

m

Sonntag, 8. März 2009

Lieb mich, bitte lieb mich.

Wer kennt nicht das alltägliche Rumgeheule von zu viel Arbeit, zu wenig Schlaf, knappem Geldbeutel und Zeit ist schon gleich gar nicht. Warum belasten Menschen mit einem Seelenexibitionnismus, der seines gleichen sucht, die Gesellschaft? Die Kommunikation der Unzufriedenheit ist zeit-, ort- und vor allem personenunabhängig. So hat zum Beispiel selbst das BVG-Kunden-Prekariat schon am Montag Morgen Stress, den Biereinkauf, `n Besuch uffm Amt und den doch so notwendigen Artzbesuch an einem Tag zu erledigen. Weiter geht es in der Uni, mit dem wohl härtesten aller Jobs - Student. Immer verpennt, mit einem Kaffee "togo" in der Hand, aber gut gekleidet, trifft man sie in der Universität. Nach dem gegenseitigem Austausch der "so krassn" Wochenenderlebnisse wie zum Beispiel: "...da war ich 14h arbeitn und dann noch Saufn." folgt oft ein langes Schweigen (bzw. "chilln"). Es ist klar, hinter jedem Fetzen Selbstmitleid steckt ein Schrei nach Geborgenheit und Liebe. Wie kann es sein, dass eine Gesellschaft mit grenzenlosen Kommunikationsmöglichkeiten, immer weiter vereinsamt?

m