Wer kennt nicht das alltägliche Rumgeheule von zu viel Arbeit, zu wenig Schlaf, knappem Geldbeutel und Zeit ist schon gleich gar nicht. Warum belasten Menschen mit einem Seelenexibitionnismus, der seines gleichen sucht, die Gesellschaft? Die Kommunikation der Unzufriedenheit ist zeit-, ort- und vor allem personenunabhängig. So hat zum Beispiel selbst das BVG-Kunden-Prekariat schon am Montag Morgen Stress, den Biereinkauf, `n Besuch uffm Amt und den doch so notwendigen Artzbesuch an einem Tag zu erledigen. Weiter geht es in der Uni, mit dem wohl härtesten aller Jobs - Student. Immer verpennt, mit einem Kaffee "togo" in der Hand, aber gut gekleidet, trifft man sie in der Universität. Nach dem gegenseitigem Austausch der "so krassn" Wochenenderlebnisse wie zum Beispiel: "...da war ich 14h arbeitn und dann noch Saufn." folgt oft ein langes Schweigen (bzw. "chilln"). Es ist klar, hinter jedem Fetzen Selbstmitleid steckt ein Schrei nach Geborgenheit und Liebe. Wie kann es sein, dass eine Gesellschaft mit grenzenlosen Kommunikationsmöglichkeiten, immer weiter vereinsamt?
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Sonntag, 8. März 2009
Samstag, 7. Februar 2009
Bruno - ein Tiername mit Schicksal.
Wir alle erinnern uns gern an die tolle Geschichte vom Bären Bruno der vor einiger Zeit durch Süddeutschland und Österreich zog. Nachdem die Presse sich alle Mühe gab, die Sensation publik zu machen, beschloß man aus Sicherheitsgründen das gefährliche Raubtier zu beseitigen. Alle waren geschockt und erbost über die Verhinderung der Neuansiedlung von Braunbären in Westeuropa. Schon fast ist das dramatische Schicksal des einsamen Tieres in Vergessenheit geraten, wäre da nicht der Goldfisch Bruno, in einem Gartenteich. Gemeinsam mit fünf anderen Jungtieren bestieg er vor vielen Jahren den Teich. Während sich einer nach dem anderen auf den Weg in die große weite Welt hinaus machte, blieb Bruno eisern und tapfer allein im Gartenteich. So durchlebte er viele Sommer und auch Winter, ohne sich auch nur ein einziges Mal zu beschweren. Die Besucher waren erstaunt über das fröhliche Wesen, die gesunde Körperfarbe und vor allem von der Lebenslust in der Einsamkeit. Heute entdeckten Spaziergänger Bruno. Er ist fixiert in einer 35cm dicken Eisschicht, zu besichtigen bis zum Auftauen der selbigen. Bruno wurde fünf Jahre alt und hinterlässt einen leeren Gartenteich.
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Dienstag, 6. Januar 2009
Selbstmitleid
Das Jahr hätte besser nicht beginnen können. Auf dem Heimweg einer Geburtstagsfeier fand ich in den Straßen Berlins um 4Uhr morgens eine wunderbare Erkältung, die ich mit nach Hause nahm und auch so schnell nicht wieder hergeben sollte. Dank des Schlafentzuges, dem entwöhnten über 30jährigen Körper und zwei Glas Champagner beschloss ich den gesamten Sonntag gemeinsam mit Thermometer, Paracetamol und Fernbedienung im Bett zu verbringen. Ungeachtet der bevorstehenden Feierlichkeiten zum Jahreswechsel, verschlechterte sich mein Zustand zusehens. Noch am Silvestertag um 17:30Uhr war ich fest davon überzeugt den Countdown gemeinsam mit meinen neu liebgewordenen Freunden im Bett zu verbringen. Nach einem sms Hin und Her, kurzem Duschbesuch und neuen Kleidern schleppte ich mich zur Party gegenüber. Es war toll, viel Essen, liebe Freunde und Knaller ohne Ende. So kam es auch, dass wir drei Stunden in der Kälte mit Knallern und Raketen verbrachten. Es kam was kommen mußte, am nächsten Tage war das Fieber wieder da, diesmal in Gestalt des großen Bruders.
Nach weiteren drei Tagen Bettruhe fühlte ich mich wieder topfit. Also wagte ich einen Ausflug in unser geliebtes Einkaufscenter. Dort holte mich jedoch rasch die Ralität wieder ein und zwar in Person eines alten Schulfreundes, der mich mit folgenden Worten begrüßte:" Du siehst aber Sch***e aus." Davon erholt trat ich den Heimweg an, beim Rausgehen kam mir ein Schornsteinfeger entgegen und schenkte mir einen Blumentopf mit vierblättrigem Klee. Er überreichte ihn:"Hier, Sie sehen so aus als könnten Sie das gebrauchen." Mit einem halbernstgemeintem "Danke." ging ich nach Haus, ins Bett.
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Nach weiteren drei Tagen Bettruhe fühlte ich mich wieder topfit. Also wagte ich einen Ausflug in unser geliebtes Einkaufscenter. Dort holte mich jedoch rasch die Ralität wieder ein und zwar in Person eines alten Schulfreundes, der mich mit folgenden Worten begrüßte:" Du siehst aber Sch***e aus." Davon erholt trat ich den Heimweg an, beim Rausgehen kam mir ein Schornsteinfeger entgegen und schenkte mir einen Blumentopf mit vierblättrigem Klee. Er überreichte ihn:"Hier, Sie sehen so aus als könnten Sie das gebrauchen." Mit einem halbernstgemeintem "Danke." ging ich nach Haus, ins Bett.
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Samstag, 22. November 2008
Neulich in der U-Bahn
Ein Telefon klingelt:
S: "ja"
E: "..."
S: "ubahn"
E: "..."
S: "INNA U-BAAAAHN!!!"
E: "..."
S: "leopoldplatz"
E: "..."
S: "fünf minutn"
E: "..."
S: "FÜÜÜNF MIIIINUUUTEEN!!!"
E: "..."
S: "ok, bis gleich"
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S: "ja"
E: "..."
S: "ubahn"
E: "..."
S: "INNA U-BAAAAHN!!!"
E: "..."
S: "leopoldplatz"
E: "..."
S: "fünf minutn"
E: "..."
S: "FÜÜÜNF MIIIINUUUTEEN!!!"
E: "..."
S: "ok, bis gleich"
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Donnerstag, 16. Oktober 2008
Das Ei ist zu klein
Der Dienstag war ein typischer Dienstag, jener unwillkommener Tag der in der Woche keine Bedeutung hat. Montag ist man noch fit vom Wochenende, Mittwoch ist bekanntermaßen Bergfest, Donnerstag ist der Fastfreitag und naja, Freitag ist ja sowieso schon Wochenende, weil:"Nach eins macht jeder seins (und davor nicht so viel)." Bereit zur Klausur saß ich seit Monaten wieder in einem Hörsaal und erhaschte schon bald Gesprächsschnippsel, die mir so bekannt und vertraut vorkamen, und die ich auch vermisst hatte. Der absulute Klassiker und mein unverblümter Liebling ist "Ich hab nur einen Tag gelernt." unschlagbar mit der Kombination "....ich mußte 14h arbeiten." Wobei natürlich die Zeit nach oben, und nur nach oben, offen ist. Bei dem Versuch so viel wie möglich in meinem Kopf mitzuschneiden, wurde ich von einer jungen Dame abgelenkt, die sich direkt neben mich stellte. Nach ca. 5 sek fragt ich ob sie durch will und stand auf. Nein, und das ist ein neuer Favorit für mindestens Platz 2:"Ich überlege noch wo ich mich hinsetze."
Leider ist es mir bis heute nicht gelungen die Vorstellung eines typischen Studenten zu kreieren. Es gibt zu viele Sachen, die zu berücksichtigen sind. Nachdem ich aus dem Bus stieg und wieder in heimischer Umgebung, nahe des Lidls meines Vetrauens war, erledigte ich gleich den Wochenmitteneinkauf. Beim optischen und haptischen Kontrolle der Eier fiel mir schon deren extreme Kleinheit auf. Zu Hause ist es dann passiert, das letzte der sechs Eier viel durch die Eierhalterung des Kühlschranks, landete aber weich auf dem Käse. Ende gut alles Gut. Morgen ist endlich Freitag, also Wochenende.
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Leider ist es mir bis heute nicht gelungen die Vorstellung eines typischen Studenten zu kreieren. Es gibt zu viele Sachen, die zu berücksichtigen sind. Nachdem ich aus dem Bus stieg und wieder in heimischer Umgebung, nahe des Lidls meines Vetrauens war, erledigte ich gleich den Wochenmitteneinkauf. Beim optischen und haptischen Kontrolle der Eier fiel mir schon deren extreme Kleinheit auf. Zu Hause ist es dann passiert, das letzte der sechs Eier viel durch die Eierhalterung des Kühlschranks, landete aber weich auf dem Käse. Ende gut alles Gut. Morgen ist endlich Freitag, also Wochenende.
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Mittwoch, 10. September 2008
Der Quartalstrinker
Am heutigen Nachmittag traf ich an der Bushaltestelle einen Penner. Ein hartes Wort, aber so weiss jeder welcher Typ Mensch gemeint ist. Wir kamen ins Gespräch, weil ich den Bus verpasst hatte und er sich offensichtlich zur Aufgabe berufen fühlte, mir die 9min Wartezeit zu vertreiben. Wer die Bushaltestelle Osloer Straße kennt, weiß, dass dort eine der multikulturellen Hochburgen Berlins ist. Horst erklärte mir dann ausführlichst, dass er nicht verstehe warum sich die Frauen mit Tuch und Schleier verhüllen. Schließlich hat er durch seine Auslandseinsätze in z. B. Thehran umfangreiche Erfahrungen und Entdeckungen, vor allem diese, gemacht und es wäre überhaupt nicht notwendig, weil darunter sich oft ein ansehnlicher Körper mit PIEP ... PIIEP und PIIIIIEP steckt. Anschließend bekannte er, jetzt habe aber Lust auf ne Frau und PIIIIEP. Ich konnte ihn davon abhalten jede vorbeilaufende Frau anzusprechen, manchmal rutschte ihm noch ein "Cheffin....?" raus, aber dann war Schluss und Themawechsel. Er ist heute das erste Mal besoffen, seit hundert Jahren und ich sollte jetzt ausrechnen wie alt er sei....kann mir das jemand erklären? Ich hab den Gag nicht verstanden. Kürzlich war er beim Arzt und der hat ihm bescheinigt, er sei ein Quartalstrinker, ob ich ihm erklären könne was das sei. Leider kam in diesem Moment der Bus, ich stieg ein und fuhr davon.
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Freitag, 4. Juli 2008
Die Endlichkeit des Besonderen
Früher war alles besser, man konnte sich noch auf das Besondere freuen. "Wetten daß." am Samstag Abend mit der Familie, den langen Donnerstag zum Einkaufen oder auch Süßigkeiten zu Weihnachten. Heute gibt es alles immer und im Überfluss. Es stört mich nicht, wirklich. Ich habe mich damit abgefunden, mit den Superlativen, "Der erfolgreichste Film aller Zeiten....", "Der wärmste Tag im Mai, seit Beginn der Wetteraufzeichnung..." oder auch "Das höchste/längste/teuerste Bauwerk aller Zeiten." Der Gipfel der Unverschämtheit war jedoch erreicht, als die Medien einige Spiele der Euro2008 in der Vorrunde als "Endspiele" bezeichneten um dem Ereigniss noch mehr Pepp zu verleihen. Ok dachte ich es ist Sport, warum nicht auch ein wenig Kommunikationsdoping. Aber kann mir jemand erklären, warum es nutella&Go geben muss? Nutella gehört auf (!) den Kühlschrank und mit einem Löffel gegessen. Es reicht doch wenn Gott und die Welt mit einem Kaffee im Pappbecher auf der Straße, in der U-Bahn und der Uni rumrennt. Die Routine der Superlative macht das Ursprüngliche, Einfache zum Besonderen.
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